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37242
Bad Sooden-Allendorf
Aus
dem Behandlungsschwerpunkt Neuromuskuläre Erkrankungen
der Neurologischen Abteilung
der Klinik Hoher Meissner
IInformationen zu
Krankheiten
Weitere Medizinische
Informationen und Links - auch speziell von
der
Neurologischen Abteilung der Klinik Hoher Meissner -
finden Sie hier
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AMYOTROPHE
LATERALSKLEROSE (ALS)
von Dr. med. Carsten
Schröter
Das
nächste Treffen des ALS-Gesprächskreises wird am
Samstag, den 3. Juli 2010
in der
Klinik
Hoher Meissner stattfinden.
Um vorherige Anmeldung wird unbedingt unter der
Telefon-Nummer:
05652 - 55 861 gebeten.
Die
amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist die häufigste Systemerkrankung des motorischen
Systems. Die jährliche Neuerkrankungsrate (= Inzidenz) beträgt weltweit 0,6
bis 2,4 Personen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. In den nördlichen Regionen
Europas scheint die amyotrophe Lateralsklerose (ALS) dabei tendenziell etwas häufiger
aufzutreten.
Insgesamt
wird davon ausgegangen, dass etwa 30 bis 80 Personen von 1.000.000 Einwohnern
unter der Erkrankung leiden. Diese Zahlen zugrunde legend werden in Deutschland
etwa 6000 Menschen mit der Erkrankung angenommen. Genaue Zahlen liegen dazu aber
nicht vor.
Die
ALS nimmt in der Häufigkeit des Auftretens offenbar mit
dem Alter zu. Das mittlere Erkrankungsalter liegt zwischen 50 – 70 Jahren.
Amyotrophe Lateralsklerose
(ALS) - Historischer Hintergrund
Ausführlich
wurde das Krankheitsbild "amyotrophe Lateralsklerose (ALS)" mit seinen
kennzeichnenden Symptomen erstmals vom französischen Neurologen Jean Martin
Charcot im Jahre 1873 beschrieben. Die Arbeit wird heute noch als so bedeutend
angesehen, dass die Erkrankung mancherorts als Morbus Charcot bezeichnet wird.
Amyotrophe
Lateralsklerose (ALS) -
die Symptomatik
Die
amyotrophe
Lateralsklerose (ALS) ist eine progrediente (= fortschreitende) degenerative (= durch
Zelluntergang bedingte) motorische (= das Fortbewegungssystem betreffende)
Systemerkrankung. Sie ist bedingt durch eine Erkrankung zweier
verschiedener Nervenfaser-Systeme. Hierzu gehören
die motorischen Nervenzellen der Hirnrinde (erstes motorisches Neuron) und die
des Rückenmarks (zweites motorisches Neuron). Hierzu finden Sie eine schematische Übersicht und weitere
Erklärung in www.muskelkrankheit.de).
Durch
die Funktionsstörung und Untergang der Zellen des zweiten motorischen
Neurons im Rückenmark kommt es zu einer Verschmächtigung und Schwäche der
Muskulatur. Beim Gesunden ziehen sich Muskelfasern durch die Aktivierung durch
Nervenfasern (Innervation) zusammen. Dadurch wird der Muskel je nach der Zahl
der beteiligten Muskelfasern kürzer, er spannt sich an, eine Bewegung wird
durchgeführt.
Die
Muskelfasern, die von den erkrankten Nervenfasern nicht mehr richtig
angesprochen bzw. aktiviert (innerviert) werden, können sich nicht mehr
zusammenziehen. So wie der gesamte Muskel schmächtiger wird, wenn er nicht mehr
eingesetzt wird, z.B. wenn ein Arm nach einem Knochenbruch
einige Wochen im Gips ruhig gestellt wird, werden auch die einzelnen
Muskelfasern schmächtig, wenn die sie aktivierenden Nervenfasern nicht mehr
funktionstüchtig sind.
Ist
eine größere Zahl von Muskelfasern betroffen, sieht man auch die Verschmächtigung
des Muskels. Da hier der Muskel nicht primär erkrankt ist, sprechen wir von
einer so genannten Muskelatrophie im Gegensatz zur Muskeldystrophie,
wo der Muskel selbst erkrankt. Durch diesen Krankheitsprozess nehmen Kraft und
Ausdauer des Muskels ab. Parallel läuft ein Reparaturmechanismus des Körpers
ab. Die Muskelfasern, die nicht mehr durch eine Nervenfaser versorgt werden, können
durch einen Spross einer erhaltenen Nervenfaser mitversorgt werden. Nahe an der
entsprechenden Muskelfaser sprosst die erhaltene Nervenfaser aus, bildet einen
Abzweig, der mit der Muskelfaser eine neue Verbindung (motorische Endplatte)
bildet. Damit nimmt die Zahl der von einer Nervenfaser versorgten (innervierten)
Muskelfasern zu.
Neben
der Erkrankung des zweiten motorischen Neurons ist aber auch das erste
motorische Neuron betroffen. Aus der Schädigung des ersten motorischen Neurons
resultiert ebenfalls eine Schwäche der versorgten Muskulatur, aber zum Teil
verbunden mit einer Steifigkeit der Muskulatur (so genannte Spastik) und
Verminderung der Geschicklichkeit und Feinmotorik. Eine Verschmächtigung der
Muskeln (Atrophie) tritt hier üblicherweise nicht auf.
Da
die amyotrophe Lateralsklerose (ALS) also sowohl eine Störung des ersten wie auch des
zweiten motorischen Neurons aufweist, hängt die Symptomatik davon ab, welches
System schwerer erkrankt ist. Ist vorwiegend das erste motorische Neuron
betroffen, dominieren Steifigkeit und verminderte Geschicklichkeit, ist
vorwiegend das zweite Neuron betroffen, dominieren die Schwäche und Atrophie.
Die
amyotrophe Lateralsklerose (ALS) beginnt meist lokal mit einer Schwäche, am häufigsten
am Unterarm und Handbereich (40 – 50%), seltener an den Beinen (25 – 30%),
hier oft mit einer Fußheberlähmung einher gehend. Meist beginnt die
Symptomatik einseitig. In ca. 25% der Fälle beginnt die Erkrankung mit
Funktionsstörungen der für das Sprechen notwendigen Muskulatur. Die Schließmuskeln
von Blase und Darm sind dagegen ebenso wie die Augenmuskeln auch im Verlauf in
der Regel nicht betroffen.
Amyotrophe
Lateralsklerose (ALS) -
besondere
Krankheitsverläufe:
Unter einer progressiven Muskelatrophie versteht man einen
Krankheitsverlauf, bei dem vorwiegend das zweite motorische Neuron betroffen
ist. Hier stehen atrophische Schwächen von Muskeln im Vordergrund. Zeichen der
Schädigung des ersten motorischen Neurons finden sich hier nicht. Hier ist ganz
besonders an andere Erkrankungen zu denken, besonders an die so genannte
multifokale motorische Neuropathie, die besondere Therapiemöglichkeiten mit sich
bringen.
Bei
der primären Lateralsklerose handelt es sich um einen Krankheitsverlauf,
bei dem das erste motorische Neuron geschädigt ist, sich aber keine Zeichen
einer Schädigung des zweiten Neurons zeigen. Hier liegt eine Steifigkeit der
Muskeln, eine so genannte Spastik, vor. Oft kommt es erst nach Jahren zu einer
Degeneration des zweiten motorischen Neurons. Ob es sich wirklich um eine
Unterform einer amyotrophen Lateralsklerose handelt ist umstritten.
Unter
einer progressiven Bulbärparalyse verstehen wir einen Krankheitsverlauf,
der hauptsächlich die Sprech- und Schluckmuskulatur betrifft. Die Muskeln der
Arme und Beine sind ausgespart. Charcot hatte diese Verlaufsform noch als
separate Erkrankung beschrieben, wenige Jahre nach ihm betrachtete der französische
Neurologe Dejerine die progressive Bulbärparalyse aber als eine Form der
amyotrophen Lateralsklerose, da in der Regel im Verlauf Schwächen der Arm- und
Beinmuskulatur beobachtet wurden.
Oft
wird auch von der Motoneuron-Erkrankung gesprochen. Dieser Begriff wird
besonders in den angloamerikanischen Ländern gebraucht. Er umfasst alle
Erkrankungen des ersten und zweiten motorischen Neurons. In der Regel werden
darunter die spinalen Muskelatrophien und die
amyotrophe Lateralsklerose
zusammengefasst.
Amyotrophe
Lateralsklerose (ALS) -
die Diagnosestellung
Die
Diagnosestellung amyotrophe Lateralsklerose (ALS) erfolgt unter Berücksichtigung der
Anamnese (Schilderung der Entwicklung der Funktionsstörungen durch den
Patienten), der ausführlichen körperlich-neurologischen Untersuchung sowie
apparativer Zusatzuntersuchungen. Hier sind besonders die Messung der
Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurographie, NLG) und der Muskelströme (Elektromyographie,
EMG) hervorzuheben. Weitere wichtige Untersuchungen können Schnittbilder
(Kernspin-Tomographien, MRT) von Gehirn und Halswirbelsäule sein.
Im
Jahre 1990 trafen sich unter dem Dach des Weltverbandes für Neurologie (World
Federation of Neurology, WFN) in Spanien Experten, um Diagnosekriterien zu
erarbeiten, die im Jahre 1998 erneut überarbeitet wurden. Sie wurden als „El
Escorial-Kriterien“ bezeichnet und publiziert:
Die
Diagnose "amyotrophe Lateralsklerose" (ALS) erfordert danach:
A
– das Vorhandensein von:
(A:1) Beweise eines Untergangs (Degeneration) von Zellen des zweiten
motorischen
Neurons durch neurologische,
neurophysiologische oder neuropathologische
Untersuchung.
(A:2) Beweise eines Untergangs (Degeneration) von Zellen des ersten motorischen
Neurons
durch klinische Untersuchung, und
(A:3) Ausbreitung der Symptome innerhalb einer Körperregion oder Ausbreitung auf
andere
Regionen
gemeinsam
mit
B
– dem Fehlen von
(B:1)
neurophysiologischen and pathologischen (= krankhaften) Hinweisen auf eine
andere Erkrankung, die
die Symptome der Schädigung des ersten oder zweiten
motorischen Neurons erklären
können und
(B:2)
bildgebenden Hinweisen auf das Vorliegen einer anderen Erkrankung, die die
klinischen
und neurophysiologischen Zeichen erklären können.
Es
wird nach dem Grad der Sicherheit der Diagnose unterschieden zwischen
-
klinisch
defintive amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
-
klinisch
wahrscheinliche amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
-
klinisch
wahrscheinlicher, laborunterstützter amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
-
klinisch
mögliche amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
-
klinisch
vermutete amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
Notwendige
Zusatzuntersuchungen
-
Nadelelektromyographie (EMG)
-
Motorische
Elektroneurographie (NLG) einschließlich der Beurteilung der rumpfnahen
Abschnitte
-
Sensible
Elektroneurographie (NLG)
-
Laborchemische
Untersuchungen
o
Blutbild,
BSG, Routine-Parameter
o
Kreatinkinase (CK)
o
Immunelektrophorese
o
Vitamin
B12, Vitamin D
o
Schilddrüsenparameter
o
Parathormon
o
Nervenwasser-Untersuchung
-
Röntgen-Aufnahme
des Brustkorbs
Eventuell
notwendige Zusatzuntersuchungen
-
Röntgen-Aufnahmen
der Halswirbelsäule
-
Schichtbilder
(Kernspin-Tomographie, MRT) von Gehirn und Halswirbelsäule
-
Somatosensorische
evozierte Potentiale
-
Transkranielle
Magnetstimulation
-
Laborchemische
Untersuchungen:
o
Anti-Gangliosid-Antikörper
-
Muskelbiopsie
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) -
Ursache
der Erkrankung
Amyotrophe
Lateralsklerose
(ALS), sporadische Form
Über
90% der Patienten mit amyotropher
Lateralsklerose leiden unter der sporadischen Form, d.h. hier finden sich keine
weiteren Erkrankungen in der Familie. Die Ursache der amyotrophen
Lateralsklerose ist weiterhin nicht bekannt. Es gibt aber eine Reihe von Ideen
und Hypothesen.
Eine
Störung des Immunsystems wird diskutiert, erscheint jedoch wenig
wahrscheinlich. Intensiv wird seit Jahren diskutiert, ob es sich um eine
Viruserkrankung handeln könnte. Überzeugende Hinweise liegen aber derzeit
nicht vor. Dagegen gibt es Gifte, die ein Bild ähnlich einer amyotrophen
Lateralsklerose hervorbringen können. Sie greifen in den Glutamat-Stoffwechsel
ein.
Für
die in Europa auftretenden Erkrankungen kommt aber auch diese Hypothese nicht in
Frage. Die Frage, ob und wenn, welche Stoffwechselstörungen eine Rolle in der
Entstehung bei amyotropher Lateralsklerose spielen können, steht heute im
Mittelpunkt des Interesses, insbesondere auch in Hinsicht auf die
therapeutischen Möglichkeiten. Es gibt Hinweise, dass bei amyotropher
Lateralsklerose der Stoffwechsel des wichtigsten erregenden Überträgerstoffes
im Nervensystem, des Glutamats, verändert ist. Obwohl es eine Substanz ist, die
im Nervensystem eine wichtige Rolle spielt, kann sie auch schädlich (toxisch)
sein. Möglicherweise besteht eine Störung eines zellulären
Glutamat-Transporters. Genauere sichere Aussagen sind aber derzeit nicht möglich.
Amyotrophe
Lateralsklerose
(ALS), familiäre
Form
Bei
weniger als 10% der Patienten, bei denen eine amyotrophe Lateralsklerose (ALS) diagnostiziert wurde, finden sich Familienmitglieder, die auch die Erkrankung
aufweisen. Grundlegende Hinweise für eine Ursache der familiären Form ergab
eine im Jahre 1993 veröffentlichte Untersuchung, die eine Mutation im Gen eines
bestimmten Enzyms zeigte. Es handelt sich um das Gen der Cu/Zn-SOD (Kupfer-Zink-Superoxid-Dismutase)
auf dem langen Arm des Chromosoms 21. Dies scheint aber nicht die einzige
Ursache für die familiäre Erkrankung zu sein. Sie gibt aber die Möglichkeit,
auch im Tierversuch Therapie-Konzepte zu entwickeln.
Amyotrophe
Lateralsklerose
(ALS)
: Therapie
in der Rehabilitation
Ziele
der Therapie und insbesondere der
Rehabilitation bei Patienten mit
neuromuskulären Erkrankungen sind die Verbesserung und das Erhalten der Selbständigkeit
in der Beweglichkeit und Selbstversorgung sowie der Teilhabe am sozialen Leben.
Die Behandlung ist am besten durch ein interdisziplinär arbeitendes Team aus Ärzten,
Pflege, Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen und
Sozialarbeitern. Zunehmend ergeben sich auch medikamentöse Therapieoptionen.
Ambulante
Therapien wie Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie sind notwendig
zum Aufrechterhalten der vorhandenen Fähigkeiten.
Stationäre
Behandlungsmaßnahmen (Rehabilitation) mit einer Dauer von ca. 4 - 6 Wochen sind
dringend zu empfehlen, um
latent
vorhandenen Fähigkeiten und muskuläre Funktionen zu verbessern, den Verlauf günstig
zu beeinflussen.
Die
Schwäche der Muskulatur ist die wesentliche Ursache der meisten
klinischen Probleme der amyotrophen Lateralsklerose. Es gibt eine Reihe gut
kontrollierter Studien, die die Effekte
von Übung und Training auf die Muskelstärke von Patienten mit neuromuskulären
Erkrankungen untersucht haben. Bei langsam fortschreitenden neuromuskulären
Erkrankungen brachte ein 12-wöchiges Training mit moderatem Widerstand in einer
Zunahme der Kraft um 4 bis 20% ohne negative Effekte. In der gleichen
Patientengruppe hatte ein Training mit kräftigem Widerstand über 12 Wochen
keine zusätzlichen Nutzen gezeigt, aber Hinweise auf eine Schwäche durch Überbelastung
bei einigen Patienten. Es gibt Hinweise, dass die Therapieverfahren für die
verschiedenen neuromuskulären Erkrankungen unterschiedlich effektiv sind, hier
müssen aber weitere Untersuchungen abgewartet werden, bis gesicherte Aussagen
gemacht werden können.
Bei
rasch fortschreitenden neuromuskulären Erkrankungen ist das Risiko einer verstärkten
Schwäche durch zu intensives Training groß. Training soll bei diesen Patienten
mehr mit dem Ziel der Funktionsbesserung, nicht primär mit dem Ziel der Kräftigung
erfolgen. Grundsätzlich sollten Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen,
insbesondere auch mit amyotropher Lateralsklerose angehalten werden, nicht bis
zur Erschöpfung zu trainieren. Die Patienten, die beübt werden, sollten über
die Warnzeichen einer Überbelastung informiert werden. Hierzu gehören ein Schwächegefühl
innerhalb von 30 Minuten nach der Übung oder Muskelschmerzen 24 bis 48 Stunden
nach dem Training. Andere Warnsignale beinhalten ausgeprägte Muskelkrämpfe,
Schweregefühl von Armen und Beinen und anhaltende Kurzatmigkeit.
Dennoch
ist aber durch Training mit leichter bis mäßiger aerober Belastung wie Gehen,
Schwimmen und Fahren auf dem Ergometer eine Verbesserung der muskulären
Ausdauer und der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems
und damit eine Minderung der Schwäche zu erzielen. Das Training erreicht nicht
nur eine Besserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, sondern trägt auch
bei, ein günstiges Körpergewicht zu halten, Schmerzen
durch Fehlbelastungen zu mindern und depressive Verstimmungen zu bessern.
Bei
einer Reihe neuromuskulärer Erkrankungen sind
Kontrakturen, d.h.
Einsteifungen der Gelenke und
Skoliose, also Verkrümmungen der Wirbelsäule,
häufige Probleme. Bei amyotropher Lateralsklerose spielen diese Aspekte in der
Regel keine Rolle, Verkürzungen der Muskulatur können aber auftreten. Die
Patienten müssen regelmäßig darauf untersucht werden. Besonders groß ist die
Gefahr bei Rollstuhlabhängigkeit und Abnahme der Kraft der Rumpfmuskulatur.
Vorsichtiges Dehnen der betroffenen oder gefährdeten Gelenke sind notwendig.
Im
Einzelfall können Orthesen, also Apparate zur Stabilisierung und
Funktionsverbesserung von Gelenken bewirken. Beispielsweise wird durch die Fußheber-Orthese,
oft Peroneus-Schiene genannt, eine Verbesserung des Gehens erreicht bei
Patienten, die eine Schwäche der Fußheber aufweisen.
Amyotrophe
Lateralsklerose
(ALS): Krankengymnastik
Krankengymnastik
dient
also dem Erhalten
der Kraft bzw. Kräftigung, vor allem aber der Funktionsverbesserung und –erhaltung,
der Optimierung der Koordination. Die Verbesserung der Ausdauer ist ebenso ein
wichtiges Ziel wie das Dehnen verkürzter Muskulatur zur Verhinderung von
Kontrakturen.
Krankengymnastik
strebt weiter die Verbesserung
von Durchblutung und Stoffwechsel an. Die
Orthostase-Funktionen, also die Fähigkeit, den Kreislauf
beim Stehen aufrecht zu erhalten,
Osteoporose
und Fehlhaltungen zu vermeiden sind weitere Ziele der Krankengymnastik.
Auch
bei Störungen
der Lungenfunktion ist Krankengymnastik notwendig, einerseits zum Training der
entsprechenden Muskulatur, andererseits zum Erleichtern des Abhustens.
Amyotrophe
Lateralsklerose
(ALS): Ergotherapie
Ergotherapie
hat
ähnliche
Ansätze wie Krankengymnastik, entwickelt seinen Schwerpunkt aber im Bereich der
Arme und des Rumpfes. Eine Domäne der Ergotherapie ist die Versorgung mit
Hilfsmitteln, z.B.
Greifzangen,
Rollstuhl, Aufrichthilfen, Toilettensitzerhöhungen. Ebenso stellt das Beüben
alltagsrelevanter Aufgaben (ADL = Activities of daily living) einen wichtigen
Bereich dar.
Amyotrophe
Lateralsklerose
(ALS): Physikalische Therapie
Physikalische
Therapie
umfasst
die verschiedenen Formen der
Massagen,
die Wärme- und Kälte-Therapie (Thermotherapie), die Balneotherapie (Bädertherapie)
und die Elektrotherapie.
Sie ist nur zusätzlich zur Krankengymnastik sinnvoll.
Massagen
dienen
der
Lockerung
der verspannten Muskulatur, der Tonusverbesserung, der Verbesserung der
Durchblutung und Ernährung der Muskulatur (Trophikverbesserung) durch Knetungen,
Walkungen, Streichungen, Vibrationen und Bindegewebsmassage. Dabei sind die sehr
kräftig wirksamen Knetungen und Walkungen nur mit Vorsicht und eher zurückhaltend
durchzuführen, um nicht zusätzliche Schäden an den Muskeln zu setzen.
Die
Thermotherapie (Wärme-
und Kälte-Therapie) bietet Möglichkeiten, ebenfalls zu einer Lockerung von
Muskeln beizutragen. Hierzu gehören
Überwärmungsbad,
Sauna, Packungen (Fango, Moor) und Heiße Rolle. Bei umschriebenen Reizungen von
Gelenken, beispielsweise bedingt durch Fehlbelastungen kann die lokale
Kryotherapie, also Kälte, eingesetzt werden.
Elektrotherapie
wird
vorwiegend zur Schmerztherapie und zur Stimulation von Muskelgruppen eingesetzt.
Durch nieder- und mittelfrequente Ströme werden Nerven und Muskeln stimuliert.
Der Einsatz von
Exponentialstrom als niederfrequentes Stromverfahren ist
eine gezielte Stimulation von Muskelfasen, die nicht mehr von Nerven versorgt
werden, sogenannte denervierte Muskelfasern, möglich. Intakte und von Nerven
versorgte Muskelfasern werden durch Schwellstrom stimuliert. Beide Stromarten können
bei neuromuskulären Erkrankungen sinnvoll sein, um Muskulatur anzusprechen,
eventuell die Durchblutung zu verbessern, dem Patienten das Bewegungsgefühl
wiederzugeben.
Bei
der transkutanen
elektrischen Nervenstimulation (TENS)
handelt es sich um ein Verfahren zur Schmerztherapie. Dabei werden Oberflächenelektroden
auf die Haut geklebt. Hierüber wird ein angenehmer Strom beigebracht, der eine
Erregung der schnell leitenden sensiblen Nervenfasern bedingt. Im Rückenmark
wird durch den Einstrom dieser Impulse der Einstrom von Impulsen der Schmerz
leitenden langsameren Fasern gehemmt. Es wird quasi das Tor für den Schmerz
geschlossen. Die Impulse sollen angenehm sein, keinesfalls schmerzhaft. Das
Verfahren ist gut verträglich. Es soll aber nicht ständig eingesetzt werden,
sondern mehrfach am Tag für etwa 20 Minuten, bei Bedarf auch etwas länger.
Wird es kontinuierlich angewendet, ist die Gefahr einer Toleranzentwicklung groß.
Auch
die
Galvanisationen ist eine Stromform zur Schmerzminderung. Es handelt
sich um Gleichstrom, der entweder durch Gelenke (als Quergalvanisation) oder
durch den ganzen Körper (Stangerbad, Vierzellenbad) geleitet wird. Er wirkt
neben der Schmerzlinderung auch durchblutungsverbessernd. Bei dem Stangerbad und
dem Vierzellenbad kommt es darauf an, wie die Polung erfolgt, also ob die
Kathode oben und die Anode unten am Körper (aufsteigend) oder umgekehrt
(absteigend) angebracht sind. Es kann entweder eine Erhöhung (aufsteigend) oder
Verminderung (absteigend) des Aktivitätsniveaus der Nervenzellen des Rückenmarks
erfolgen. Will man eine Verminderung der Aktivität von Nervenzellen
beispielsweise bei einer spastischen Tonuserhöhung erreichen, so wird
absteigend geschaltet. Will man bei einer schlaffen Lähmung, also zum Beispiel
bei einer spinalen Muskelatrophie, eine Erhöhung der Spannung der Muskulatur
erreichen, so wird aufsteigend geschaltet.
Interferenzstrom
ist ein Mittelfrequenzverfahren, welches einen massageähnlichen Effekt hat und
damit die Muskulatur lockern kann.
Kurzwelle
(Diathermie)
ist ein Hochfrequenzverfahren, welches eine Wärmebildung in der Tiefe und damit
ebenfalls einen entspannenden und lockernden Effekt auf die Muskulatur erreicht.
Ultraschall-Therapie
führt ebenfalls zu einer Wärmebildung im Gewebe, sie verbessert Durchblutung
und Stoffwechselvorgänge.
Amyotrophe
Lateralsklerose
(ALS): Logopädie
Die Therapie
der Schluckstörungen fällt vorwiegend in den Aufgabenbereich der
Logopädie. Störungen des Schluckens kommen besonders bei amyotropher
Lateralsklerose und seltenen Formen der spinalen Muskelatrophien vor.
Erste Hinweise können sich aus Veränderungen der Stimme wie Heiserkeit
und vermehrtem Verschlucken ergeben. Genauere Beurteilungen können durch
Laryngoskopie (Spiegelung des Kehlkopfs) oder bestimmte
Röntgen-Untersuchungen erfolgen. Störungen der Sprache und des Sprechens
sowie des Schluckens stellen das zentrale Arbeitsgebiet der Logopädie
dar. Bei neuromuskulären Erkrankungen kommen Sprechstörungen vor, die
sogenannten Dysarthrien. Sie sind bedingt durch Schwächen der für das
Sprechen benötigten Muskulatur. Auch wenn die Sprechstörung durch
neuromuskuläre Erkrankungen bedingt ist, beispielsweise bei amyotropher
Lateralsklerose, ist oft eine Verbesserung des Sprechens durch ein
gezieltes Training möglich. Ist aber keine ausreichende Besserung
möglich, die Kommunikation nicht möglich, können Kommunikationsgeräte
ausprobiert und verordnet werden.
Therapeutische
Hilfestellungen und adäquate Übungen können Logopäden geben. Das
Andicken von Flüssigkeiten und Bereiten leicht zu schluckender Speisen
sind wichtige Hilfen. Im Buch „Ernährung bei Schluckstörungen“ von GD
Borasio und IM Husemeyer sind Speisen beschrieben, die Patienten mit
Schluckstörungen leichter zu sich nehmen können. ist. Bei der
funktionellen Schlucktherapie wird eine Besserung oder Kompensation
gestörter Funktionen angestrebt. Der Einsatz stimulierender und
hemmender Verfahren mit Dehnungen, leichter manueller Berührung, Druck,
Tapping, Pinseln und anderen Reizen kann eine Besserung der
Schluckfunktionen erreichen. Basis können auch hier die
Behandlungsmethoden auf neurophysiologischer Grundlage wie die
Bobath-Methode sein. Die kompensatorischen Verfahren beziehen
diätetische Maßnahmen, kontrollierte Platzierung der Nahrung im Mund,
Änderung der Kopf- und Körperposition und besondere Schlucktechniken
ein. Hervorzuheben sind besonders das Mendelsohn-Manöver und das
sogenannte supraglottische Schlucken.
Ist das Schlucken
nicht mehr oder nicht mehr ausreichend möglich, kann eine so genannte
perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) oder Jejunostomie (PEJ)
notwendig werden. Hier wird mittels einer Magenspiegelung eine dünne
Sonde durch die Bauchdecke in den Magen (PEG) bzw. den Dünndarm (PEJ)
gelegt. Dies Verfahren ist wenig belastend und wird von den Betroffenen
in der Regel gut toleriert. Auch ist insbesondere bei Personen, die
hauptsächlich wegen der gestörten Zufuhr von Flüssigkeit die PEG
erhalten haben, die Einnahme von Nahrung über den Mund weiterhin
ergänzend möglich, auch um die Freude am Geschmack nicht zu verlieren.
Störungen
der Lungenfunktion
Schwächen
der Brustwandmuskulatur, des Zwerchfells und der Bauchmuskulatur können zu Störungen
der Lungenfunktion führen. Die verschiedenen neuromuskulären Erkrankungen führen
in unterschiedlichem Ausmaß zu diesen Beeinträchtigen, je nachdem, welche
Muskelgruppen durch die Erkrankung vorzugsweise betroffen sind. Bei
Erkrankungen, die die Atemmuskulatur im Verlauf regelmäßig mit betreffen,
sollten routinemäßig Lungenfunktionsuntersuchungen erfolgen. Auch sollten
Patienten darüber informiert sein, welche Zeichen auf eine nächtliche Störung
der Atmung hinweisen. Vor allem regelmäßiger morgendlicher
Kopfschmerz,
Unruhe oder Albträume in der Nacht, das Gefühl, morgens wie gerädert
aufzuwachen, ein nicht
erholsamer Schlaf müssen an diese Problematik denken lassen. Auch eine
vermehrte Tagesmüdigkeit kann sich hieraus ergeben. In den letzten Jahren
wurden gute Fortschritte in der Möglichkeit der oft nur nachts notwendigen
Heimbeatmung gemacht. Die Geräte sind heute klein, leise, wenig belastend. Aber
auch Krankengymnastik kann die Lungenfunktion trainieren.
Amyotrophe
Lateralsklerose
(ALS): Psychologie
Oft
werden bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen depressive Störungen
beobachtet. Ursache ist oft die Verarbeitung der Erkrankung, oft sind es aber
auch Probleme der sozialen Integration und des Erhalts des Arbeitsplatzes.
Selbsthilfegruppen können hier ganz wichtige Hilfestellungen geben, die
Teilnahme an Selbsthilfegruppen ist den Patienten sehr zu empfehlen. In
Deutschland ist die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke (DGM, http://www.dgm.org/)
in vielen Regionen sehr aktiv. Mitglieder der Gruppen stellen auch
Hilfestellungen dar beim Lösen sozialer Probleme oder bei der Beratung bzgl.
Hilfsmitteln.
Für Patienten, bei denen die Diagnose "amyotrophe Lateralsklerose (ALS)"
gestellt wurde, und deren Angehörige wurden spezielle Gesprächskreise von der
DGM aufgebaut.
Die
Krankheitsverarbeitung spielt bei allen Erkrankungen eine wichtige Rolle.
Insbesondere bei chronisch fortschreitenden Erkrankungen ist es oft schwierig,
eine konstruktive Einstellung zum Umgang mit der Erkrankung zu finden. Aber nur
mit einer konstruktiven Einstellung kann der Patient optimal mithelfen bei der
Behandlung. Gesprächsgruppen oder psychologische Einzelbehandlungen, z.B. im
Rahmen einer stationären Rehabilitation, können hier sinnvoll sein.
Ergänzend
kommen
Entspannungsverfahren
wie das autogene
Training oder die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson zum Einsatz.
Auch
die Partner der Erkrankten dürfen hier nicht vergessen werden. Auch sie können
unter Störungen der Verarbeitung der Erkrankung des Partners leiden oder bei
der Notwendigkeit der Pflege überlastet sein.
Amyotrophe
Lateralsklerose
(ALS): Orthopädische Maßnahmen
Bei
bestimmten neuromuskulären Erkrankungen können operative Maßnahmen sinnvoll
sein. Bei der amyotrophen Lateralsklerose gibt es hierfür in der Regel aber
keine Indikation. Dagegen kann die Behandlung von (schmerzhaften) Gelenkveränderungen
oder Fehlstellungen, beispielsweise durch Orthesen, die Bewegungsfähigkeit
verbessern.
Amyotrophe
Lateralsklerose (ALS): Hilfsmittel
Eine
Reihe von Hilfsmitteln können die Bewältigung der Beeinträchtigungen durch
die Krankheit erleichtern oder erst ermöglichen. Hierzu können gehören
Duschstuhl, Badewannen-Lifter, Toilettensitzerhöhungen, Rollstuhl, Rampen für
den Rollstuhl, Krankenbett, aber auch kleine Hilfen wir Greifzangen. Hier muss
ganz individuell herausgesucht und zusammengestellt werden, welche Hilfsmittel für
den einzelnen sinnvoll und notwendig sind.
Amyotrophe
Lateralsklerose (ALS): Andere Therapieoptionen
Das
Verständnis für die molekulare Basis vieler neuromuskulärer Erkrankungen hat
die diagnostische Genauigkeit erhöht und mag die Basis für gezielte
therapeutische Maßnahmen bringen. Es gibt vielversprechende Ideen, das Erbgut,
die DNA (Desoxyribonukleinsäure), zu „reparieren“, beispielsweise ein
fehlendes Gen einzufügen. Vielleicht kann damit eines Tages das Fortschreiten
einer Erkrankung aufgehoben oder sogar eine Erkrankung geheilt werden.
Amyotrophe
Lateralsklerose
(ALS): Medikamente
(Auswahl)
Riluzol
Welche
Medikamente können den Verlauf einer
amyotrophen
Lateralsklerose günstig beeinflussen?
Als erste Substanz konnte
Riluzol
(Rilutek®) eine Verlängerung der Lebensdauer bei amyotropher Lateralsklerose
zeigen. Das Medikament sollte so früh wie möglich eingesetzt werden. Besonders
bei der sogenannten bulbären Form der amyotrophen Lateralsklerose scheint es günstig
zu wirken.
Kreatin
Tierversuche
ergaben Hinweise, dass auch der Einsatz von Kreatin sich günstig
auswirkt. Die Substanz ist für den Energiestoffwechsel der Muskeln wichtig. Es
wird schon lange eingesetzt als Nahrungsergänzung von Sportlern, um damit die
maximale Leistungsfähigkeit des Muskel zu verlängern und die Erholungszeit
nach Anstrengung zu verkürzen. In der letzten Zeit konnte das Präparat auch
bei neuromuskulären Erkrankungen positive Effekte zeigen. Neben den Wirkungen
auf den Muskelstoffwechsel zeigt es zumindest tierexperimentell schützende
Effekte auf Nervenzellen. Ob diese auch für den Menschen relevant sind, können
erst weitere Untersuchungen zeigen. In Anbetracht des günstigen
Nebenwirkungsprofils kann Kreatin zusätzlich zu der übrigen Therapie
eingesetzt werden.
Die
Substanz ist mit reichlich Flüssigkeit (mindestens 2 Liter), nicht jedoch
Kaffee einzunehmen. Für 10 Tage erfolgt bei Erwachsenen eine „Ladephase“
mit 10 g Kreatinmonohydrat/Tag, verteilt auf 2 – 3 Tagesportionen, dann 4
g/Tag. Wegen der möglichen Verminderung des Transporters für Kreatin in der
Muskelzelle alle drei Monate eine 2– bis
4wöchige Therapiepause
empfohlen. Danach wird wiederum mit einer Ladephase begonnen.
Amyotrophe
Lateralsklerose
(ALS): Sozialmedizinische Aspekte
Hierbei
können verschiedene Aspekte zur Sprache kommen. Gilt es zum Beispiel den
Arbeitsplatz zu retten, kann das Beantragen einer der Behinderung angepassten
Arbeitsplatzeinrichtung wie evtl. auch die Vereinbarung zusätzlicher Pausen
wichtige Unterstützung bringen. Die Sozialarbeiter können bei diesen Problemen
beraten und unterstützen. Sie wissen, welche Kostenträger hierfür anzufragen
sind. Auch die Beratung mit der Frage der (Teil-) Berentung kann wichtige
Hilfestellungen geben. Bei schwerer betroffenen Personen müssen die Leistungen
nach dem Pflegegesetz oder dem Schwerbehindertengesetz bekannt sein. Auch hier
muss man wissen, an wen man sich als Betroffener wenden muss.
Amyotrophe
Lateralsklerose
(ALS): Stationäre Behandlungsmaßnahmen (Rehabilitation)
Regelmäßige ambulante
Behandlungen sind in der Regel erforderlich, um Fähigkeiten
kontinuierlich auf einem möglichst stabilen Niveau zu erhalten. Um
latent vorhandene Fähigkeiten und muskuläre Funktionen zu verbessern,
den Verlauf damit günstig zu beeinflussen, ist die stationäre
Rehabilitation notwendig. Sie sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen.
Wenn die Erkrankung durch Verschlechterung von Funktionen es erfordert,
kann sie in verkürzten Abständen erfolgen, beispielsweise jährlich. Mit
einem entsprechenden Antrag durch den Hausarzt oder betreuenden
Neurologen wenden Sie sich an den zuständigen Kostenträger. Für
Berufstätige ist der zuständige Kostenträger der
Rentenversicherungsträger, also BfA oder LVA. Geht es bei der
Reha-Maßnahme nicht um den Erhalt der Arbeitsfähigkeit, ist in der Regel
die Krankenkasse anzusprechen.
Neuromuskuläre Erkrankungen sind selten. Deshalb ist es wichtig ist,
dass die Behandlung in einer Rehabilitationsklinik stattfindet, die in
der Behandlung neuromuskulärer Krankheitsbilder versiert ist. Es ist
erforderlich, dass die Therapeuten regelmäßig Patienten mit
neuromuskulären Erkrankungen behandeln. Intensität und Art der
Behandlung unterscheiden sich deutlich von der Behandlung anderer
neurologischer Erkrankungen. Die
Neurologische Abteilung der
Klinik Hoher Meissner
hat in den letzten Jahren
konsequent den Schwerpunkt der Behandlung neuromuskulärer Krankheiten
aufgebaut. Unser Behandlungsprogramm umfasst je nach den individuellen
Erfordernissen unter anderem die Bereiche Krankengymnastik,
Ergotherapie, Logopädie, Psychologie, Wärmetherapie und Massage.
Wichtiger Bestandteil ist auch die spezielle Gesprächsrunde für
Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen. Austausch über den Umgang
mit den Erkrankungen und Krankheitsverarbeitung sind wichtige Inhalte
der Gesprächsrunde. Vierzehntägig findet ein spezielles ärztlich
geleitetes Seminar statt, in dem unter anderem aktuelle Informationen
über Therapien berichtet werden, die sich in der wissenschaftlichen
Entwicklung befinden oder aktuell diskutiert werden.
Hier besteht neben dem Einzelgespräch die Möglichkeit, viele Fragen über
die jeweiligen Erkrankungen beantwortet zu bekommen.
Die
Ausführungen wurden nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft erstellt.
Sollten Ihnen Fehler oder Unklarheiten auffallen, bitten wir sie um
Mitteilung. Auch Anregungen werden gerne aufgenommen. Regelmäßige Überarbeitungen
und Ergänzungen sind vorgesehen.
Informieren Sie sich auch zu den Themen
Sport und Bewegung bei
neuromuskulären Erkrankungen
und
Hilfsmittel für
Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen
Mit
den besten Wünschen, insbesondere für Ihre Gesundheit
Dr. med. Carsten Schröter
Chefarzt
der Neurologischen Abteilung der Klinik Hoher Meissner
Arzt für Neurologie
Physikalische Medizin, Rehabilitationswesen
Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke
Weitere Medizinische Informationen
und
Links für Patienten und Interessierte –
von
Amyotrophe Lateralsklerose bis zur
Therapie der spastischen Spinalparalyse
-
finden Sie hier.
Sagen Sie uns ruhig mal Ihre
Meinung!
Oder stellen Sie Ihre Fragen -
klicken Sie uns hier an...

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Aktualisiert:
Juni 2010
Weitere
Informationen zu Krankheiten finden Sie bei der
Wicker-Gruppe unter
www.informationen-zu-krankheiten.de.
Info-Material zur Klinik anfordern:
www.wicker-gruppe.de/infomaterial-anfordern.html
Zur Klärung
weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht
Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte
vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
Weitere Fragen? Ihre Meinung?
Schicken Sie uns eine E - mail
Dr. Carsten Schröter
Tel.: 05652 – 55 861, FAX 05652 – 55 814
Klinik Hoher Meissner
Hardtstraße 36, 37242
Bad Sooden-Allendorf
Tel.: 05652 – 55 0, FAX 05652 – 55 870
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